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03 Jun 2021

Vereinbarkeit für Gründer*innen/ Start-Ups

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Warum ich denke, dass Vereinbarkeit ab dem Moment der Gründung in die Unternehmenskultur integriert werden sollte.

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Wir alle streben nach einem erfüllten und ausgeglichenen Leben in dem wir unseren Leidenschaften im Beruf nachgehen und Privates und Berufliches unter einen Hut bekommen. Dabei ist es ganz egal ob du Familie und Job vereinbaren willst, einen anderen Job nebenbei machen möchtest, deine Eltern pflegst oder einfach mehr Zeit für deine Hobbys brauchst. Vereinbarkeit betrifft jeden von uns und das an jedem einzelnen Tag im Jahr.

Der Arbeitsmarkt hat sich vom Arbeitgeber*innen- zum Arbeitnehmer*innenmarkt gewandelt. Durch den demografischen Wandel bedingt gibt es einen Mangel an Fachkräften, der in den nächsten Jahren zunehmen wird. Arbeitnehmer*innen suchen sich ihre Arbeitgeber*innen aus und für Arbeitgeber*innen wird es immer schwieriger gute Fachkräfte zu rekrutieren. Das betrifft alteingesessene Unternehmen genauso wie Start-Ups.

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Vereinbarkeit für Gründer*innen

Als Vereinbarkeitsmanagerin entwickle ich Konzepte und Workshops für Firmen und Gründer*innen. Gemeinsam erschaffen wir mehr Vereinbarkeit für Führungskräfte und Mitarbeiter*innen, integrieren Vereinbarkeit in der Unternehmenskultur und schaffen mehr Raum für gute Kommunikation, intern und extern. Denn erst, wenn Vereinbarkeit im Unternehmen gelebt wird, kann es nach außen erfolgreich kommuniziert werden und damit zukünftige Mitarbeiter*innen anziehen, Fehlzeiten reduzieren und Mitarbeiter*innen besser halten.

Wenn du meine Geschichte bereits kennst, weißt du, dass ich vor meiner Tätigkeit als Business- und Vereinbarkeitscoachin bereits ein Modeunternehmen gegründet habe. Als junge Gründerin waren Themen wie Kinder oder Pflege weit entfernt. In meinem täglichen Workload als Gründerin arbeitete ich einen Punkt nach dem anderen ab. An Vereinbarkeit war nicht zu denken. Als ich 2018 schwanger wurde, machte ich mich auf die Suche nach Leitbildern, Rolemodels. Ich fand Vorbildunternehmerinnen, die über die Gründung mit Baby berichteten oder über die Gründung ohne Kind. Aber niemand erzählte, wie es ist als Gründerin schwanger zu werden.

Tausende offene Fragen schwirrten in meinem Kopf herum. Wie plane ich am besten die Prozesse? Was kann ich abgeben? Gibt es einen Mutterschutz für Selbstständige und wie ist das, wenn man bei der eigenen Firma angestellt ist? Kann ich Elterngeld beziehen? Wie finde ich einen Ausgleich mit meiner Mitgründerin? Wie ersetze ich meine Arbeit im Unternehmen, wenn es Komplikationen gibt? Wie wird mein Baby sein? Schläft es viel? Kann ich die ersten Wochen/ Monate mit Baby arbeiten? Wie viel kann ich arbeiten? Wann kann ich wieder voll arbeiten? Auf viele dieser Fragen fand ich keine Antwort. Ich musste mir den Plan selbst erarbeiten.

Prozesse aufschreiben, bis ins kleinste Detail Leads und Vertretungen festlegen, mich über die gesetzlichen Gegebenheiten bezüglich Mutterschutz, Elternzeit und Elterngeld informieren.

Ich denke, dass der Schlüssel zu Vereinbarkeit im eigenen Unternehmen Kommunikation ist. Unglaublich viel Kommunikation. Über gezielte Kommunikationsmaßnahmen können Differenzen im Team frühzeitig erkannt und Konflikte vermieden werden. Und genau darum geht es in meinem Konzept für Gründer*innen.

Darum Raum für Selbst- und Teamreflektion zu schaffen, um geplante Meetings auch während der Mutterschutzzeit, um vertragliche Regelungen für den Fall, dass eine der Gründer*innen ein neues Lebensmodell mit mehr Vereinbarkeit einfordert.

Es geht darum Vereinbarkeit von Anfang an in die Unternehmenskultur zu integrieren, sie auch als Gründer*in zu leben um sie später für zukünftige Mitarbeiter*innen anbieten zu können.

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Vereinbarkeit in Start-Ups

Ich bin in der Start-Up-Welt groß geworden. Nach meinem Studium tauchte ich direkt in die Berliner Start-Up-Welt ein. Dadurch kam ich relativ schnell in meiner Laufbahn mit New Work Modellen in Kontakt. Gleitzeit, Teilzeit, Remote Work gehörten zum Alltag. Jetzt könnte man meinen, dass die modernen Start-Ups alteingesessenen Unternehmen in Sachen New Work und Vereinbarkeit um Meilen voraus sind. In einigen Punkten sind sie das sicherlich. In den meisten Fällen reicht der aktuelle Status jedoch nicht aus. Es müssen individuelle Konzepte für individuelle Vereinbarkeitsthemen der Gründer*innen und Mitarbeiter*innen her. Vereinbarkeit braucht Vorbilder. Nur wenn auch Führungskräfte Vereinbarkeit leben, trauen sich Mitarbeiter*innen auch diese zu leben bzw. zu beanspruchen. Und auch hier liegt wieder viel in der richtigen Kommunikation. Mit Workshops finden wir gemeinsam die Bedürfnisse der Teammitglieder heraus und schaffen Maßnahmen hin zu einer gelebten Vereinbarkeit in der Unternehmenskultur. Es reicht nicht einen Kicker aufzubauen, einen Obstkorb oder ein schickes Büro zur Verfügung zu stellen.

marenwill

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