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28 Okt 2021
Mitgründer:in gesucht, Teamgründung, Gründerinnen Wissen

Mitgründer:in gesucht? Teamgründung oder Soloselbstständigkeit?

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Du bist fest entschlossen zu gründen oder sogar schon mittendrin und fragst dich, ob du alleine oder mit einer:einem Mitgründer:in gründen willst? Beide Varianten haben Vor- & Nachteile.

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In den letzten Wochen wurde mir in Gesprächen mit meinen Coaching-Kund:innen aber auch auf einer Start-Up Veranstaltung wieder bewusst, wie schwierig es ist eine:n passende:n Cofounder:in zu finden.

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Geteilte Arbeitsteilung mit dem:der Mitgründer:in

Ein Team kann etwas ganz Wundervolles, Bereicherndes sein. Im Team zu arbeiten bedeutet einerseits geteilte Arbeit und andererseits mehr Arbeit um Konflikte zu vermeiden.

Investoren investieren präferiert in Gründerteams. Solltest du also eine externe Investition planen, kann auch das ein ausschlaggebender Pluspunkt für die gemeinsame Gründung sein.

Das A&O bei der Zusammenarbeit mit einem:r Cofounder:in sind regelmäßige Gespräche und Raum zur Selbst- und Teamreflektion. Nur so können Differenzen frühzeitig erkannt und Konflikte vermieden werden. Denn die meisten „Gründungen scheitern nicht am Team, sondern im Team“- wie das RKW Kompetenzzentrum 2016 in einer Studie zu den Herausforderungen in Start-Up Teams herausfand.

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Gründen im Team ist wie eine Ehe zu führen

Mit einem:einer Cofounder:in verbringst du in der Regel mehr Zeit wie mit deinem Partner. Daher solltest du dir deine:n Partner:in also sehr bewusst auswählen. Wichtig ist, dass ihr euch nicht nur sympathisch findet, sondern auch in der Arbeitsweise harmoniert und euch in euren Kompetenzen ergänzt.

Für mich war es eine absolute Bereicherung mein erstes Unternehmen gemeinsam mit meiner Geschäftspartnerin zu gründen. Wir kannten uns von der Uni und wussten, dass wir eine sehr ähnliche Arbeitsmoral und die nötige Macher-Mentalität haben. Als Team haben wir uns mit unseren Fähigkeiten perfekt ergänzt, sind aneinander und miteinander gewachsen. Bei der Firmengründung gratulierte uns der Notar zur Eheschließung. Und so war es auch. Wie eine zweite Partnerschaft, mit Ups & Downs, durchgemachten Nächten und blindem Vertrauen in die Fähigkeiten der jeweils anderen.

Aber was tun, wenn man den perfekten Geschäftspartner noch nicht kennengelernt hat und sich weit und breit niemand im eigenen Umfeld befindet, mit dem man sich vorstellen kann zu gründen?

Das A.O. ist die Kommunikation. Die potentiellen Mitgründer:innen müssen von deiner Idee erfahren. Also pack deine Angst vor Kopierern und Konkurrenz weg und spreche super viel und immer und immer wieder von deiner Idee. Nur so kannst du zukünftige Mitgründer:innen erreichen.

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Die Mitgründer:innen – Suche

Egal ob du eine:n Mitgründer:in in deinem Umfeld suchst oder dich über eine Plattform wie founderio oder founder2be auf die Suche machst, kann es sinnvoll sein von Anfang an einen Testzeitraum festzulegen. Sucht euch ein gemeinsames Projekt oder eine Zeitspanne, nach der ihr gemeinsam reflektiert, ob die Zusammenarbeit langfristig passen könnte oder nicht. Und hör auf dein Bauchgefühl. Wenn das Bauchgefühl jetzt schon nicht stimmt, bewahrheitet sich das häufig auch auf lange Sicht.

Erstelle eine Liste mit Punkten, was du genau suchst. Welche Aufgabenbereiche sollte der:die Mitgründer:in abdecken, welche Eigenschaften sollte er:sie haben und wie sollte die gemeinsame Vision aussehen?

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Checkliste zur Mitgründer:innen – Suche

Auch folgende Punkte solltest du bei der Wahl des:der Cofounder:in beachten:

  • Ergänzen sich eure Kompetenzen?
  • Ergänzt sich euer Netzwerk?
  • Passt die Chemie? Seid ihr euch sympathisch?
  • Könnt ihr euch vorstellen sehr viel Zeit miteinander zu verbringen?
  • Wie sind die zeitlichen Ressourcen verteilt und wie würde sich das auf Anteilsverteilung und Co auswirken?
  • Stimmen eure Visionen und Werte überein?
  • Habt ihr ähnliche Ziele?
  • Wie reagiert ihr in Stresssituationen?
  • Wie sieht eine gute Work-Life-Balance (Vereinbarkeit) für beide Teile aus?
  • Stimmt die Kommunikation zwischen euch? Wie wird Kritik geäußert und angenommen? Wie werden Konflikte gelöst? Wie offen ist der Umgang?
  • Finanzielle Situation: Wie viel Kapital kann jeder einbringen? Wie wird die Gründungszeit finanziert?

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Und nochmal: Die meisten Gründungen scheitern nicht am Team, sondern im Team. Wie in der Ehe gibt es in einem Gründer:innenteam viel Konfliktpotential. Ihr verbringt unglaublich viel Zeit miteinander, durchlebt Höhen und Tiefen, müsst Herausforderungen und Probleme lösen.

Das A. und O. sind eine gute Kommunikation und klare Regelungen um Konflikte zu vermeiden.

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Tipps zur Kommunikation in Gründer:innen Teams

  • Schafft von Anfang an Raum für Selbst- und Teamreflexion
  • Legt Kommunikationsregeln fest. Das können zum Beispiel festen Meetings sein, Feedbackregeln, Erreichbarkeitsfreie Zeiten etc.
  • Schafft Perspektivwechsel. Wie geht es dem anderen in der Situation? Was kann ich von mir aus tun, damit die Zusammenarbeit besser funktioniert?
  • Gebt euch von Anfang an ehrliches, aber wertschätzendes Feedback.
  • Regelmäßige Coachings können helfen

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Nicht zuletzt ist es super wichtig von Anfang an vertragliche Regelungen zu schaffen.

Was passiert, wenn ein:e Partner:in aussteigen will? Was, wenn sich die beiden Gründer:innen zerstreiten? Was passiert, wenn eine:r der beiden länger ausfällt. Versucht so viele Eventualitäten wie möglich festzuhalten.

Legt Befugnisse und Aufgabenverteilungen fest, Vertretungsregelungen. Je mehr von Anfang an festgehalten ist umso besser. Empowered euch gegenseitig oder gründet alleine. Beides kann großartig sein und die Wahl zwischen Soloselbstständigkeit und Teamgründung kann auch in verschiedene Lebensabschnitten variieren. Für mich war bei meiner ersten Gründung mit 26 Jahren die Teamgründung die allerbeste Entscheidung. Alleine hätte ich die Firma niemals so schnell und mit einem so großen Wachstum aufbauen können. Wir haben uns gegenseitig Halt gegeben und die Herausforderungen gemeinsam gemeistert. Bei meiner aktuellen, meiner 2. Gründung, habe ich mich bewusst für die Soloselbstständigkeit entschieden und bin damit sehr happy. Was ich dir damit sagen will? Du entscheidest dich nicht für immer. Die Lebensumstände ändern sich, die Motivation ändert sich, dein Umfeld ändert sich. Und auch du veränderst dich. Es ist vollkommen ok sich weiterzuentwickeln und sich umzuentscheiden.

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marenwill

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